Diagnostik

Auch hier darf jeder mitmachen, und seine Erfahrungen schildern.

 

Ein kleiner Leitfaden, was bei einer Bewertung wichtig sein könnte:

 

- Stelle, an der die Diagnostik durchgeführt wurde (Klinik bzw. Arztpraxis, Adresse)

- Entfernung zum Wohnort

- Alter des Kindes bei der Diagnostik

- Wartezeit bis zum ersten Termin (< 3 Monate, 3-6 Monate, 6-9 Monate, > 9 Monate)

- Anzahl der Termine

- Welche Personen waren beteiligt (Psychiater, andere Ärzte, Psychologen, Sozialarbeiter, Therapeuten)

- Welche Tests wurden gemacht (sofern bekannt)

- Einbeziehung der Eltern

- Einbeziehung sonstiger Personen (Erzieher, Lehrer, bisherige Therapeuten...)

- Verständnis für die Sorgen und Nöte der Eltern

- Umgang mit dem Kind

- Empfehlungen nach der Diagnosestellung

- Weitere Betreuung und Hilfsangebote

 

PLZ 2....

für Kinder

 

Gemeinschaftspraxis für Kinder-und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie
Maurienstr.15
22305 Hamburg
und
Helmut Steidl Platz 5
22143 Hamburg

Entfernung zum Wohnort:

ca 70km

Alter des Kindes bei Diagnostik:
7 Jahre

(Anmerkung: es war eine Entwicklungsdiagnostik, um dem Sozialamt zu bestätigen, dass die Diagnose noch aktuell ist)

Wartezeit:
3-6 Monate

Anzahl der Termine:
6
Erstvorstellung,4 diagnostische Termine, in denen Kind getestet wurde ohne Eltern, Abschlußgespräch

Beteiligte Personen:
Arzt,Diplom Psychologin, Heilerziehungspflegerin, Kind, Mutter

Welche Tests?
Elternfragebogen CBCL / DISPYPS/ FSK zur sozialen Kommunikation
Schulfragenbogen TRF/ DISYPS/ FSK zur sozialen Kommunikation
SON-R 6-40 ( nichtsprachliche Messung des kognitiven Entwicklungstandes)
ADOS Modul 1 Kommunikation
Wechselseitige soziale Interaktion
Spiel
MBAS
ADI-R interview
SEAS-M

Einbeziehung anderer Personen:

Lehrer
Berichte aus der Autismustherapie

Verständnis:
wir haben uns gut aufgehoben gefühlt, man hat uns und unsere Sorgen ernstgenommen

Umgang mit dem Kind:

ruhig, freundlich, aufmerksam, man hat ihm die nötige Zeit gelassen und versucht auf ihn einzugehen

Empfehlungen nach der Diagnosestellung:

Weiterführung der bestehenden Autismusförderung
fachlich qualifizierte Schulbegleitung für die gesamte Schulzeit

Weitere Begleitung durch die Praxis und den behandelnden Arzt

Weitere Hilfsangebote:
diese Praxis hat immer ein offenes Ohr für uns und unsere Belange, sie verschreiben auch mal ein Rezept, auch wenn sie nicht ganz damit konform gehen, Unterstützung von seiten des Arztes und der Heilerziehungspflegerin, die sich viel Zeit nehmen und versuchen Lösungen vorzuschlagen

 

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Dr. med. Tanja Engel
Ärztin, Kinder- & Jugendpsychiaterin
Stedinger Str. 6-12, 26135 Oldenburg

- Entfernung zum Wohnort
96 km
- Alter des Kindes bei der Diagnostik
10 Jahre alt
- Wartezeit bis zum ersten Termin (< 3 Monate, 3-6 Monate, 6-9 Monate, < 9 Monate)
<3 Monate
- Anzahl der Termine
6 (davon 1 Termin wiederholt, da mein Sohn während der Testung sich verweigerte)
- Welche Personen waren beteiligt (Psychiater, andere Ärzte, Psychologen, Sozialarbeiter, Therapeuten)
Kind, Mutter, Vater, Schulbegleiterin , Vorberichte anderer Stellen wurden zweitrangig beachtet, da sie sich erst ein eigenes Bild machen wollte
- Welche Tests wurden gemacht (sofern bekannt)
ADI-R, MBAS , ADOS, sowie ein Vorgespräch, eine körperliche Untersuchung und ein Abschlußgespräch
- Einbeziehung der Eltern
intensive Gespräche mit uns, auch telefonisch, als es um Formulierungen für das Gutachten ging
- Einbeziehung sonstiger Personen (Erzieher, Lehrer, bisherige Therapeuten...)
Schulbegleitung während der Diagnostik, später auch mit den Therapeutinnen des ATZ
- Verständnis für die Sorgen und Nöte der Eltern
Sie hatte großes Verständnis für uns und wir wurden von Anfang an sehr ernst genommen.
- Umgang mit dem Kind
Sehr gutes Einfühlungsvermögen, blieb auch ruhig, als sich unser Sohn verweigerte, machte keinen Druck. Er fühlte sich dort immer verstanden. (auch nach der Diagnostik)
- Empfehlungen nach der Diagnosestellung
Schulbegleitung, Therapie im ATZ
- Weitere Betreuung und Hilfsangebote
Unterstützung beim Antrag für SBA und Pflegestufe, bei Problemen (Schulverweigerung, Depression) bekamen wir sehr schnell Termine und gute Unterstützung. Unkomplizierte Hilfestellungen auch in der Zeit der Ausbildung/Praktikum. Durch uns gewünschter Austausch mit dem ATZ, Schule, Berufsschule (wg Ausbildung und Umwandlung in Praktikum) Aus unserer Sicht eine engagierte Ärztin, die sich sehr gut mit Autismus auskennt.

 

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Autismus-Therapiezentrum Bremerhaven

(Anmerkung: seit wir dort waren, ist das Zentrum mehrmals umgezogen, in Bremerhaven)

Entfernung zum Wohnort:
ca.60km

Alter des Kindes:
3,5 Jahre

Wartezeit:
 6 Monate

Anzahl der Termine:

2
90 min Spielverhalten des Kindes beobachten, während  90 min jemand mit den Eltern ein Anamesegespräch führt, nach 10 Tagen Diagnoseabschlussgespräc h, Selbstbeteiligung: (2010) 100€

Welche Personen?
Mutter, Vater, Kind, Diplom Psychologen(2)

sonstige Personen:
Kindergartenerzieher

Umgang:
 großes Verständnis für Sorgen und Nöte der Eltern und gutes Einfühlungsvermögen

Empfehlung:
 Therapie im eigenen Haus ( ist wahrscheinlich heute nicht mehr machbar, war damals schon kritisch, denn ein Institut, welches die Diagnose stellt, darf nach den KK nicht auch die Therapie machen)

sonstiges:
man bekommt keinen Bericht, nur einen "Zweizeiler" wo die Diagnose steht
für weitere Hilfen über die Ämter benötigt man eine zweite Diagnostik

 

 

PLZ 4...

für Kinder

KJP Datteln

- Entfernung zum Wohnort
15 km
- Alter des Kindes bei der Diagnostik
6 Jahre
- Wartezeit bis zum ersten Termin (< 3 Monate, 3-6 Monate, 6-9 Monate, < 9 Monate)
3-6 Monate
- Anzahl der Termine
7
- Welche Personen waren beteiligt (Psychiater, andere Ärzte, Psychologen, Sozialarbeiter, Therapeuten)
Psychologe mit Spezialisierung auf Autismus, Gegengezeichnet durch die Oberärztin
- Welche Tests wurden gemacht (sofern bekannt)
SON-R 5 1/2-17, ADI-R, ADOS-2, KiTAP
- Einbeziehung der Eltern
Sehr gut, Vorgespräch mit Eltern und Kind, Gespräch was getestet werden soll. Elterninterview sehr ausführlich, vor und nach jedem Termin kurze Rückmeldung wie es gelaufen ist und wie es weiter geht, ausführliches Abschlussgespräch + Möglichkeit bei weiteren Fragen erneut Kontakt aufzunehmen
- Einbeziehung sonstiger Personen (Erzieher, Lehrer, bisherige Therapeuten...)
keine, Ergebnis war eindeutig genug, Runder Tisch mit den zukünftigen Lehrern wurde angeboten um zu beraten
- Verständnis für die Sorgen und Nöte der Eltern
Auf alle Sorgen und Nöte wurde eingegangen
- Umgang mit dem Kind
Großartig, der erste Therapeut, der unseren Großen dazu bekommen hat diese ganzen Tests mit Freude zu machen und durchzuhalten
- Empfehlungen nach der Diagnosestellung
Autismustherapie, Ergotherapie, Schulbegleitung, kein AOSF durchführen
- Weitere Betreuung und Hilfsangebote
niederfrequente Beratungstermine, Einstellung von Medikamenten falls notwendig, Kontakt in Krisen möglich, in 6 Monaten erneute IQ Testung mit einem sprachlichen Test, in 3 Jahren erneute Diagnostik um den Verlauf zu protokollieren.

 

 

PLZ 8....

 

für Kinder

Heckscher-Klinikum München

Wartezeiten bis zum ersten Termin ca. 6 Monate,

Alter des Kindes: fast 12

Diagnostik gut und vollumfänglich, Umgang mit dem Kinde freundlich, Umgang mit den Eltern verständnisvoll, Nachbetreuung und Beratung ausbaufähig, vor allem, wenn es um Komobiditäten geht, wollte man zügig in die Tagesklinik einweisen, ohne auf das eigentliche Problem einzugehen
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- Alter des Kindes bei der Diagnostik:
9 Jahre
- Wartezeit bis zum ersten Termin:

zwischen 3 und 6 Monaten
- Anzahl der Termine:

Da wir den ADOS bereits hatten, war ein Termin weniger nötig. Wenn ich es richtig erinnere, hatten wir die Erstvorstellung und das ADI-R, das Kind eine psychologische und eine Sprach-Untersuchung. Im Anschluss ein Abschlussgespräch und eine Beratung von der im Haus angeschlossenen Schulberatung
- Welche Personen waren beteiligt:
Psychiaterin, Psychologin, Sprachtherapeutin, Schulberatung, MSD-A (eine sogenanntes multiprofessionelle Diagnostik)
- Welche Tests wurden gemacht:

ADI-R, MBAS mit uns Erwachsenen, Sprachuntersuchung und psychologische Exploration mit teils projektiven Verfahren mit dem Kind, ADOS und Intelligenztestung haben wir vorbefundlich vorgelegt
- Einbeziehung der Eltern:
Ja, im Rahmen der Fragestellung. Wir haben uns immer gut eingebunden gefühlt, obwohl wir bei den Untersuchungen des Kindes nicht anwesend waren.
- Einbeziehung sonstiger Personen:
Alle Vorberichte waren erwünscht, insofern war die Fremdanamnese ausreichend einbezogen, die Lehrer wurden bei dem klaren Bild, das sich bot nicht involviert.
- Verständnis für die Sorgen und Nöte der Eltern:
Ja, definitiv. Wir hatten das Gefühl nach der Odyssee endlich anzukommen. Wir wurden ernst genommen und haben Hilfe anstatt einer weiteren Verdachtsdiagnose erhalten (inzwischen weiß ich jedoch, dass Autismus gerade bei jungen Kindern oftmals nur prozessbegleitend diagnostiziert werden kann), und wir erhalten noch immer Hilfe, wenn wir sie benötigen.
- Umgang mit dem Kind:

Sehr positiv, aber das Kind war damals schwer steuerbar... die arme Psychologin 
- Empfehlungen nach der Diagnosestellung:
Unter anderem Medikation, aber damit musste ich mich erst einmal auseinandersetzen und mehr Erfahrungen sammeln, bevor ich dem zustimmte. In unserem Fall wäre ein früherer Beginn sicher von Vorteil für unser Kind gewesen.
- Weitere Betreuung und Hilfsangebote
:
Elterngruppe , Informationsveranstaltungen, Möglichkeit Tagesklinik  bei Bedarf
Für das jährliche Gutachen sind wir noch immer in der Klinik angebunden, und wir werden noch immer von der gleichen Ärztin betreut

 

Kinderzentrum München

Wartezeiten mehrere Monate bis zum ersten Termin

Erfahrungen unterschiedlich, Diagnostik ungenau, Autismus nicht erkannt, Umgang mit den Kindern freundlich, Umgang mit den Eltern teils übergriffig, man nimmt sich wenig Zeit, Nachbetreuung und Beratung ungenügend

KJP Gilching

Wartezeiten ein paar Wochen bis zum ersten Termin

Umgang mit Kindern und Eltern professionell und verständnisvoll, geduldiges Eingehen auf alle Sorgen und Wünsche, Nachbetreuung und Beratung sehr gut

Heckscher-Klinikum Rosenheim

Wartezeiten bis zum ersten Termin 3-6 Monate

Umgang mit den Eltern fair, höflich, Umgang mit den Kindern nett und Vertrauen schaffend, Diagnostik professionell, Nachbetreuung und Beratung ausbaufähig

 

 

für Erwachsene

Dr. Sybille Ochs, Taufkirchen

Wartezeiten bis zum ersten Termin bis zu einem Jahr, teilweise Aufnahmestopp

sehr einfühlsame Ärztin, professionelle Diagnostik durch Erfahrung ausgebaut, Nachbetreuung und Beratung immer zügig und hilfreich für alle Lebenslagen, tolle Unterstützung bei notwendigen Schreiben an Ämter u.ä.

 

 

 

PLZ 9....

 

für Kinder

Dr.med. Johannes Wilkes

Facharzt für Kinder- und Jugendpsychiatri

Hofmannstr. 66
91052 ErlangenTelefon: 09131/530606

Wartezeit ca. 2-3 Monate
familiäre Atmosphäre
große Kompetenz im Bereich Autismus und ADHS
hat die ganze Familie im Blick, großes Verständnis für Eltern und Geschwister
unterstützt auch bei Auseinandersetzung mit Behörden und KK,
sehr wertschätzend gegenüber Autisten,
achtet auf die Ressoucen aller Beteiligten und emutigt, wenn nötig

 

 

 

SPZ Coburg

Wartezeit bis zum Ersttermin < 3 Monate

Diagnostik ungenügend, Autismus nicht erkannt, schnelle Medikamenten-Empfehlung, kein Eingehen auf Eltern

 

Donau Isar Klinikum Deggendorf

- Entfernung zum Wohnort
Etwa 25km

- Alter des Kindes bei der Diagnostik
Ich glaube es war um den 5. Geburtstag herum

- Wartezeit bis zum ersten Termin (< 3 Monate, 3-6 Monate, 6-9 Monate, < 9 Monate)
Es ging recht fix, sie war aber auch teilstationär aufgenommen worden.

- Anzahl der Termine
Erster Aufenthalt ging über etwa ein halbes Jahr
- Welche Personen waren beteiligt (Psychiater, andere Ärzte, Psychologen, Sozialarbeiter, Therapeuten)
Es gab eine recht fähige Stationsärztin, die Oberärztin machte nicht diesen Eindruck. Der leitende Oberarzt machte allerdings einen kompetenten Eindruck, leider hatten wir den nicht. ;)
Die Stationsärztin hat auch diverse Schulungen zum Thema ASS gemacht und hat auch ein wenig Erfahrung soweit ich das einschätzen kann. Leider kam sie gegen die Oberärztin nicht an.
Ich  muss aber auch dazu sagen, dass unsere Tochter kein eindeutiger Fall zu sein scheint. Ich gehe trotzdem davon aus, dass sie sich im Spektrum befindet.
Von daher, Kompetenz ist vorhanden, diagnostiziert aber sehr vorsichtig. Immerhin kommen keine Sprüche wie: Aber sie sieht mich doch ab und zu mal an, es kann kein Autismus sein. ^^

- Welche Tests wurden gemacht (sofern bekannt)
Es gab einige Fragebögen, ADOS und ADI-R, ein Video von der Interaktion zwischen ihr und mir wurde auch gemacht. Zusätzlich noch eine genetische Untersuchung.

- Einbeziehung der Eltern
War regelmäßig, die Termine mit der Stationsärztin waren gut und zielführend, mit der Oberärztin kamen wir überhaupt nicht zurecht.

- Einbeziehung sonstiger Personen (Erzieher, Lehrer, bisherige Therapeuten...)
Es gab nur die Erzieher, die bekamen einen Fragebogen und ich glaube es wurde mit ihnen telefoniert.

- Verständnis für die Sorgen und Nöte der Eltern
Von der Stationsärztin auf jeden Fall, die Oberärztin hatte keine besonders guten empathischen Fähigkeiten

- Umgang mit dem Kind
Da habe ich nur die Stationsärztin erlebt und sie ist echt super mit ihr umgegangen

- Empfehlungen nach der Diagnosestellung
Ein wenig dürftig, ein Therapeut mit Erfahrung mit Autisten wurde uns empfohlen, woher wir den nehmen sollten konnte aber leider keiner sagen. Eine Interaktionstherapie wurde auch empfohlen, sah das Krankenhaus aber anders, als wir dort waren zur Vorstellung. Der empfohlene Erziehungsbeistand war super als sie noch als SPFH für uns zuständig gewesen ist.

- Weitere Betreuung und Hilfsangebote
Tochter war nochmal in den Ferien dort für etwa 2 Wochen, wirklich gebracht hat es uns aber nichts. Weitere Hilfsangebote gab es nicht, da es keine ambulante Diagnostik gewesen ist sondern halt in der KJP. Ein weiterer Aufenthalt würde nichts bringen, zumindest sehen wir das so.