Positive Berichte von Autisten in der Schule

Auch hier darf man gerne mitmachen.

Wer seine Geschichte erzählen möchte, in welcher Form Hilfen und Unterstützung geleistet und wie dies umgesetzt wurde, kann mir gerne eine E-Mail schreiben (autistisch-beraten@gmx.de). Diese Erfahrungsberichte sind nicht weniger wichtig, denn sie zeigen, dass es funktionieren kann!

II

Noch ein gutes Beispiel dafür, dass es selbst nach holprigen und schwierigen Zeiten Lösungen gibt:

Danke für diesen Bericht!

 

S. aus Bayern schreibt:

 

Alles begann mit einer normalen Einschulung und der Feststellung, dass das Kind nicht durchschnittlich mitmachen kann. Dank engagierter Lehrerin hatte er das Schuljahr geschafft.
Das erste mal, dass wir als Eltern anfingen uns mit dem Thema Autismus zu beschäftigen.
Umzug, neue Schule und die Idee, dass ein Förderzentrum besser funktionieren könnte.
Ohne Diagnose und wie Kind noch einfach so genommen werden konnte wie es war, lief es gut.
Dann die Diagnose Autismus und es ging los mit Erwartungen seitens der Schule.
Es ging steil bergab und es gab keine Einsicht.
Schulwechsel und Neuanfang an der Regelschule.
Es ging eine Weile gut, aber den Anforderungen der vierten Klasse war er nicht gewachsen.
Viel Verweigerung und Zerstörung seines Eigentums waren die Folgen.
Aufenthalt einer Tagesklinik kam dann, um zu schauen wie Kind lernen kann. Er kann gut lernen wenn er Struktur bekommt.
Dann wurde eine Privatschule gefunden, die kleine Klassen, Struktur und motivierte Lehrer hat.
Kind ist seit dem wie ausgewechselt .
Er schreibt wieder, das hatte er lange verweigert.
Mit Mathe funktioniert es auch wieder, da war es rückläufig.
Englisch macht er auf einmal mit, was er bis dahin komplett verweigert hatte.
Die Unterrichtsstunden betragen 100 Minuten, es gibt viel Zeit sich mit einem Thema beschäftigen zu können. Was auch zugute kommt, dass die Schule viel am Tablet arbeitet. Die Kinder müssen sich selber Wissen erarbeiten und dürfen sich mit einbringen.
Jedes Kind wird ernst genommen. Es wird bei Problemen an echten Lösungen gearbeitet. Austausch gibt es, aber die Schule möchte es auch gerne selber schaffen, mit den Kindern zurecht zu kommen.
Wenn das schriftliche nicht so gut funktioniert, wird mehr auf mündliche Mitarbeit geachtet. Es wird mehr geschaut, was kann das Kind, wie kann ich es aufbauen.
Seit der Diagnose war auch immer eine Schulbegleitung an seiner Seite. Die ersten beiden kamen ohne Vorwissen an seine Seite und konnten wenig unterstützen. Jetzt hat er eine Schulbegleitung die nicht neu an das Thema gekommen ist und das nötige Feingefühl hat und es funktioniert. Die ersten Stunden in bestimmten Fächern schafft er auch schon ohne Schulbegleitung.

 

I

Ich habe einen schönen Beitrag bekommen, den ich hier gerne teilen möchte.

Ein herzliches Dankeschön dafür!

 

S. aus Nordrhein-Westfalen schreibt:

 

Ich kann tatsächlich etwas positives zum Schulalltag berichten.

Unser Sohn (7) ist frühkindlicher Autist HF. Wir haben dafür gekämpft, dass er direkt am 1. Schultag eine Schulbegleitung erhält. Das Jugendamt hatte ursprünglich gesagt, das ginge erst nach Schulbeginn wenn ein Bericht der Schule vorliegt. Prompt wurde von der Schule noch in der Kindergartenzeit ein Probeschultag für F. arrangiert und die Schule konnte einen Bericht schreiben.

F. wurde mit Schulbegleitung eingeschult!

Und auch im 1. Schuljahr lief es gut. Die Kommunikation zwischen allen Parteien war tadellos. Es gab keine immensen Vorfälle.

F. wird der Raum gegeben den er braucht (Auszeiten). Und auch von seinen Mitschülern wird das akzeptiert. Es wurde den Kindern von Anfang an gesagt, dass F. in diesen Fällen keine "Extra-Wurst" serviert wird sondern das diese Dinge nötig sind, dass er es schafft.

Er wird von seinen Mitschülern gemocht. Die Klassenlehrerin hatte sich sogar dafür eingesetzt das F. mehr Stunden in der OGS mit der Schulbegleitung erhält, da von beiden Seiten (F. und Mitschülern) ein großes Interesse aneinander besteht, er aber auch den Raum und die Zeit braucht, um sich dort sozial integrieren zu können bzw den Raum haben dieses besser trainieren zu können.

Wir haben einen Sechser im Lotto was den Schulplatz angeht. Es macht vieles leichter und nimmt ein paar Sorgen.

Außerhalb seiner Klasse hat er schon gelegentlich Aneckungen (Kinder haben es so schnell raus) aber auch hier hat die SB es immer gut gelöst. Sie war in den Pausen kein Schatten von F. sondern hat immer beobachtet und immer erst versucht, es F. allein regeln zu lassen. Erst wenn es nicht ging kam sie ihm zur Unterstützung.

 

Ich hoffe ich konnte vermitteln das es auch positive Erfahrungen gibt.