Warum "autistisch beraten"?

 

Wie schon unter „Was ich erreichen möchte“ kurz erwähnt, werden Anlaufstellen und Hilfsangebote zum Großteil von Nicht-Autisten gestellt. Das ist auch erst einmal nicht schlimm, denn sie haben bereits Vernetzungen, die wichtig sind, um für sich und sein autistisches Kind weiter zu kommen, sobald die Diagnose steht.

Was passiert aber, wenn diese Angebote nicht ausreichen oder nicht greifen? Wenn man das Gefühl hat, nicht das Richtige zu finden und es eigentlich um etwas ganz anderes geht? Wenn noch ganz andere Informationen fehlen, die aber wichtig wären um weiter zu kommen?

 

Bereits in meiner Arbeit als Teamtrainer Mensch & Hund (ich vermeide ganz bewusst den Titel „Hundetrainer“, da dieser irreführend bzw. schlichtweg falsch ist) durfte ich die Erfahrung machen, wie viel Freude es mir bereitet, Menschen auf ihren Wegen zu begleiten.

Ich sehe mich als Impulsgeber, als Dolmetscher, als Prozessbegleiter.

Oft habe ich dort erst "angefangen", wo andere bereits aufgegeben hatten.

Immer schon fiel mir das Lesen des gesamten Ausdrucksverhaltens leicht. Kommunikation beschränkt sich nicht nur auf Sprache, sondern ist auch Energie, die man mitbringt, die einen umgibt, die Wechselbeziehung zwischen Innen und Außen, zwischen mir und meinem Gegenüber, mein momentaner Zustand, der Einfluss von Erlebtem und Erlernten, und viele Faktoren mehr.

 

Vielleicht ist es der autistische Blick für Details, der es mir immer ermöglicht hat, auf Dinge aufmerksam machen zu können, die bisher übersehen wurden.

Das Analysieren trage ich schon seit ich denken kann in mir, aus der klassischen „Warum-Phase“ kam ich bis heute nicht heraus, was mich immer dazu anleitet, nach Ursachen zu forschen und nicht nur Symptome zu bekämpfen.

 

In Vorträgen gebe ich gerne mein Wissen weiter, und ich bemerkte schnell, dass mir dies auch gelingt. Mit- und füreinander lernen, auf der Basis von Respekt und Vertrauen, individuelle Lösungen finden, ohne dass es ein "richtig" oder "falsch" gibt, sondern ein „funktioniert“ oder „funktioniert nicht“. Auch einmal etwas Neues ausprobieren, mutig sein, motivieren und sehen was passiert, all das finde ich aufregend.

 

Potentiale entdecken und entfalten, das ist das, was für mich auch Gemeinschaft ausmacht.

Genau das ist es auch, was mir in der Beratung und Begleitung beim Thema Autismus so viel gibt: Zu sehen, wie sich andere Menschen entwickeln, wenn man ihnen das nötige Werkzeug an die Hand gibt, um sich schließlich selbst helfen zu können.

 

Mein Ziel ist es nicht, Menschen mit ihrer Hilflosigkeit an mich zu binden, damit ich „ein gutes Geschäft“ mache. Mein größter Lohn war schon immer der Abschied, wie von einer ehemaligen Kundin formuliert: Super, danke dir – jetzt brauchen wir dich nicht mehr.

 

Dieses Glücksgefühl treibt mich an. Menschen zu helfen und zu unterstützen sollte auch nicht von oben herab geschehen, weil jemand was Besonderes gelernt oder studiert hat, oder weil er schon so viele Jahre lang Erfahrung in einem Gebiet hat. Für mich muss Zusammenarbeit immer auf Augenhöhe entstehen. Nicht jeder Mensch kann alles wissen und können, das ist es ja eigentlich, was uns so wunderbar ergänzt. Und unter dieser Vorstellung biete ich mich als Autistin an:

autistisch beraten – denn nicht-autistisch können Sie bereits.

 

 

Falls ich Sie damit anspreche, freue ich mich auf Ihre Nachricht.